4. TagungsFestival
      5. - 8. Okt. 2017





Lebenswissen zum Tod . Lieder und begleitende Rituale


Übergänge, Sterben, Tod und Trauern sind natürliche Anteile unseres Lebens - wie Geboren-werden, wie Freude, wie Essen und Trinken, wie Sexualität, wie unsere Gefühle und Beziehungen... und sie sind besonders, ein Mysterium. Gleichzeitig sind diese Anteile unseres Lebens für viele von uns besetzt mit Fragen und Ängsten. Das Gegenteil von Angst (Enge) ist die Liebe (Weite). Was geschieht, wenn wir uns Lebensübergängen, Sterben, Tod und Trauern mit Liebe zuwenden? Und wie können wir dazu gute Bedingungen schaffen? Dazu erleben wir Formen des lebendigen und heilsamen Umgangs miteinander und entwickeln sie weiter.

In 2017 findet unser "Leben-Sterben-Feiern" zum vierten Mal statt.

Wir widmen uns wieder diesen Lebensthemen und insbesondere dem Schwerpunkt:
Trauern und einander Begleiten als heilsamer Lebensprozess und Kulturgut

bezogen auf Sterben und Tod, sowie auf andere Verlusterfahrungen und Wandelzeiten des Lebens. Wie können wir dem Trauern Raum und Ausdruck geben? Wie eine Übergangs-, Trauer- und Gedenkkultur gestalten, die heilsam wirkt?

Das TagungsFestival bietet ein Forum für Menschen, die sich mit den Lebensthemen um Sterben, Tod und Trauern in kreativer Weise befassen, sich einbringen, austauschen und vernetzen, und miteinander feiern möchten.
Diese Tagung zum Mitmachen - nach den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten - ist für alle interessierten Menschen offen. Sie dient als Experimentierraum
* sich mit diesen intensiven und auch faszinierenden Lebensthemen zu
   befassen
* in dem persönlich wie professionell interessierte Menschen sich begegnen,
   voneinander lernen und sich vernetzen können
* in dem Heilsames erfahren werden kann
* der Impulse gibt, Neues auszuprobieren.

Unsere Vision: Wir Menschen erleben unsere Eigenmacht, Verantwortung und Gemeinschaft im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer als natürliche Anteile unseres Lebens. Wir erfahren Achtsamkeit, bekommen nach unseren Bedürfnissen und geben nach unseren Möglichkeiten (auch professionelle) Unterstützung. Wir gestalten Begegnungen und eine Rituelle Kultur, die allen beteiligten Menschen dienen.

Das TagungsFestival gibt einen (auch rituellen) Rahmen, sich mit unserem Menschheitswissen zu Tod und Trauer zu befassen, einander und der Wahrheit des Todes zu begegnen, den Gefühlen und Fähigkeiten Raum zu geben, und miteinander Formen des lebendigen Umgangs weiter zu entwickeln. Dazu gehört auch besonders die Gestaltung von Ritualen, rituellen Abläufen und Handlungen. Von diesen wird die gesamte Tagung durchzogen und getragen sein.
Ganz bewusst laden wir auch Kinder und Jugendliche zum TagungsFestival ein. Sie haben ein elementares Recht, an allem beteiligt zu sein, was ihr Leben angeht. Häufig haben sie ein unbefangenes Umgehen mit dem Tod und inneres Wissen, von dem wir Erwachsenen einiges lernen können.

Sterben, Tod und Trauer brauchen Gemeinschaft
Wir Menschen sind oftmals überfordert, wenn wir nur individuell mit existentiellen Lebenssituationen umgehen sollen. Und der Wunsch, von Tod und Trauer möglichst „verschont“ zu bleiben, wirkt – bewusst oder unbewusst – in vielen Menschen. Damit handlungsfähig zu werden, wird verschoben. Und tritt dann eine Verlustsituation ein, wird sie oft als eine Art Lebenskatastrophe empfunden, es wird professionelle Hilfe aufgesucht… Wir möchten dazu beitragen, wieder vorbereitet und eigenmächtig mit Verlusterfahrungen und Sterbeprozessen, mit Tod und Trauer umgehen zu lernen – und eine tragende Begegnungs-, Trauer- und Gedenk-Kultur entwickeln. In Gemeinschaft miteinander (und mit uns selbst) dienen Austausch, Musik und Rituale dazu, dass wir uns aufgehoben fühlen mit allem, was uns betrifft; dass wir ausdrücken und mitteilen können, was uns bewegt.

Wir können Rituale neu und wieder finden und gestalten, die einen kollektiven und stabilen Rahmen geben und gleichzeitig genügend Raum für individuelle Beteiligung und Bedürfnisse lassen. So können wir auch angesichts unveränderbarer Veränderungen, angesichts des Todes, unsere Eigenmacht und Schöpfungskraft entwickeln und uns getröstet fühlen.

Eine Rituelle Kultur in Lebens-Wandel-Sterbezeiten
Rituale können "die Tragik und die Schönheit des Lebens umfassen."
                                                                                      (Autor uns unbekannt)
Mit ihnen feiern wir das Leben in all seinen Facetten, besonders auch in Zeiten des Übergangs und der existentiellen Veränderungen. Sie können unseren Schmerz um persönliche Erlebnisse ebenso aufnehmen wie unseren Schmerz um die Welt. Sie bieten uns Räume und Ausdrucksformen - für Dank und Klage, für unsere Bitten und Wünsche, für Abschiedsschritte, für Verbundensein und Neubeginn, für Weinen und Lachen. Sie stärken und verbinden uns mit unserer Seelentiefe und Lebenskraft.
Rituale wirken, wenn wir in unserem ganzen Wesen angesprochen sind und uns ausdrücken können: mit Singen und Musik, mit Sprache, mit Symbolen, (symbolischen) Gestaltungen und Handlungen usw. Wir sind durch Handeln beteiligt, statt nur zu konsumieren oder etwas über uns ergehen zu lassen.
"Der Mensch hat in sich Himmel und Erde" Hildegard von Bingen
Im rituellen Geschehen verbinden sich Geist und Materie (von Mater = Mutter). Es wird ein energetisches Feld, eine Atmosphäre erzeugt und gehalten, in der sich Heilsamkeit entfalten kann. Heil-werden heißt: alles darf sein, bekommt seinen Platz, bewegt sich, wird ganz.

Handlungsmacht und Verantwortung für uns und die Welt
Mit unserem TagungsFestival möchten wir Anregungen geben für eine zeitgemäße Ritualkultur zu den Lebensthemen "Trauer, Tod und Sterben",
* die die Kraft der Liebe beinhaltet und verströmt
* die uns hält und trägt, so dass wir nicht nur allein aus eigener Kraft
   heraus Krisen durchleben müssen
* die uns anschließt an Kräfte, die größer sind als wir einzelne Menschen
   und die in uns wirken - Gemeinschaft, Gott, Natur, Schöpfung, das Leben...
   wie auch immer wir sie spüren und nennen mögen
* die gemeinschaftliches Erleben und individuellen Ausdruck zu einem
   Ganzen verbindet
* die eine lebendige Veränderung und Weiterentwicklung von sich selbst
   zulässt und fördert
* die heilsam wirkt durch ihren Einklang mit natürlichen Prinzipien

"Der Schmerz um die Welt" Joanna Macy, Tiefenökologin
Wir Menschen sind Teil von Erde und Natur, wir erleben persönliche wie kollektive Verluste und Umbrüche. Das sind zwei Dimensionen unseres Lebens, die untrennbar miteinander verbunden sind. Sie (be-)treffen einzelne Menschen ebenso wie ganze Völker. In beiden Dimensionen kennen und leben wir das Wahrnehmen und das Wegschauen, das Mitgefühl und das Nicht-Spüren, den Schmerz und die Betäubung, die Ohnmacht und die Eigenmacht, die Verantwortung und das Wegschieben... und alle Facetten dazwischen.
"Wir sind zugleich Sterbebegleiter für eine endende Kultur und Hebammen für eine neue langfristig lebenserhaltende Welt. Beides findet zur gleichen Zeit statt. Wir sind mitten drin und können Einfluss nehmen, wie sich dieser Übergang vollzieht. Lasst uns gemeinsam dem Wandel Kraft geben."
                                                                                                    Joanna Macy

Möge unser TagungsFestival ein Beitrag zu diesem Wandel sein.

Literaturempfehlungen zum Thema (pdf-download)
eine ausführliche Literaturliste ist hier zu finden

↑ nach oben